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Landespokal Frauen I - SpVgg Greuther Fürth 3:0 (2:0)

Überzeugender Auftritt bringt Team zum Pokalfinale

Wie schon berichtet, gewannen die Frauen des 1. FC Nürnberg am Maifeiertag im Halbfinale des DFB-Pokals auf bayerischer Landesebene mit 0:3 (0:2) beim Bayernligisten SpVgg Greuther Fürth. Gut 400 Zuschauer, darunter 347 zahlende, sahen den eindeutigen Derbysieg auf dem Kunstrasenplatz im Trainingszentrum der Fürther Profis.
Im Landespokalfinale tritt der Club nun am 14. Mai 2015 um 14 Uhr beim Bayernligisten FC Stern München an. Wiederholt der FCN seinen Vorjahrestriumph, würde er nach den Spielzeiten 1995/96, 1998/99 bis 2000/01, 2002/03 und 2014/15 zum siebten Mal im DFB-Pokal starten.

Die Gäste vom Valznerweiher begannen das Spiel sehr druckvoll und waren die tonangebende Mannschaft. Der Ball wurde gut laufen gelassen und die Fürtherinnen kamen dadurch nicht in die Zweikämpfe. Durch das clevere Verschieben und Laufen der Nürnbergerinnen konnte der Spielaufbau ruhig und kontrolliert über die Bühne gehen. Nach einer schönen Kombination kam der Ball zu Katharina Eisen in die Spitze. Sie lief allein auf Sandra Klug im Heimtor zu und agierte dann zu mannschaftsdienlich. Marina Büttel war im Zentrum zwar frei, stand aber vor dem Ball, sodass die gut leitende Schiedsrichterin Annette Hanf zu Recht auf Abseits entschied. Dies war jedoch der Startpunkt für eine Nürnberger Angriffswelle. Zwar fanden die Schüsse von Luisa Richert und Nicole Munzert nicht den Weg in das Tor, aber der Club war nun deutlich überlegen. "Wir hätten nicht gedacht, dass sich Fürth so tief stellt und uns dadurch Platz zum Spielen gibt", so Trainer Kevin Schmidt.
Dieser Freiraum führte dann auch zur verdienten Gästeführung: Nach einem tollen Pass von Luisa Richert auf Leonie Vogel lief diese allein auf das Fürther Tor zu. Mit einem strammen Schuss konnte Leonie Vogel ihre Farben zum ersten Mal jubeln lassen (15.). Der FCN blieb am Drücker und konnte nur vier Minuten später das Ergebnis auf 0:2 schrauben. Nach einem Querpass von Kim Urbanek hatte Luisa Richert viel Platz und Zeit. Sie konnte sich das Leder zurechtlegen und Sandra Klug mit einem tollen Schlenzer in den oberen rechten Torwinkel überwinden (19.).
In der Folgezeit agierte die Heimelf weiterhin zu defensiv und traute sich zu wenig zu. Nürnberg spielte weiter nach vorne. Allerdings konnte man die sich bietenden Torchancen nicht in ein höheres Ergebnis ummünzen und so ging es mit dem 0:2 in die Pause. "Wir müssen aufpassen und dürfen das jetzt nicht aus der Hand geben. Fürth wird jetzt alles oder nichts spielen", so der Trainer während der Unterbrechung. Und so kam es mit Beginn der zweiten Hälfte auch: Das Heimteam ging auf das Ganze. Die Fürtherinnen warfen sich nun in jeden Zweikampf und man merkte ihnen an, dass sie nichts mehr zu verlieren hatten. Der Club tat sich zunächst schwer, wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. "Uns ist es plötzlich nicht mehr gelungen, in die Zweikämpfe zu kommen und die Abstände waren einfach viel zu groß", so Kevin Schmidt.
Fürth wusste dies zunächst auszunutzen und versuchte den sofortigen Anschlusstreffer zu erzielen. Zwei Torchancen gab es, allerdings gingen beide Abschlüsse über den Kasten von Michelle Pistoia. Eine Standardsituation brachte wohl die Entscheidung: Ein Eckball von Leonie Vogel kam mit viel Schnitt zum Tor und Sandra Klug unterlief die Ecke. Kim Urbanek stieg am zweiten Pfosten hoch und konnte den Ball mit dem Kopf zum 0:3 über die Linie drücken (65.).
In der Folge war die Luft raus. Die Gastgeberinnen blieben immer wieder hängen und Nürnberg agierte zu hastig. Eine Unkonzentriertheit führte zu einem berechtigten Strafstoß für das Kleeblatt. Sina Zimmermann kam einen Schritt zu spät und konnte die Stürmerin nur durch ein Foul stoppen. Der Elfmeter wurde von Nina Kohout sehr gut geschossen, allerdings noch besser gehalten von Michelle Pistoia (69).
Kurz vor dem Ende hatte die Heimelf zwar noch eine Chance, aber diese wurde wie auch die Nürnberger Möglichkeiten gut von den Torfrauen pariert. Leider verletzte sich Michelle Pistoia bei dieser Abwehraktion und musste durch Anke Gülpers ersetzt werden (85.). Kurz darauf war der zweite Finaleinzug in Folge für die Nürnbergerinnen unter Dach und Fach.

Trainer Kevin Schmidt: "In der ersten Hälfte haben wir ein nahezu perfektes Spiel hingelegt. Keine Torchancen für den Gegner zugelassen, vorne gut kombiniert und uns Chancen erarbeitet. Wir gingen dann auch verdient in Führung. Leider ist uns das nach der Pause nicht mehr so gut gelungen und wir haben die Arbeit gegen den Ball total vernachlässigt. Durch das fehlende Laufpensum und die stärker werdenden Fürtherinnen haben dann die Abstände und Raumaufteilungen nicht mehr gepasst. Nach dem dritten Tor haben wir die Partie aber gut runtergespielt und den verdienten Sieg mit nach Hause genommen."

Gelbe Karten: Andrea Walter (Foulspiel an Luisa Richert, 40.), Anna-Maria Buckel (Foulspiel an Kim Urbanek, 49.), Nina Kohout (Foulspiel an Kim Urbanek, 51.), Vanessa Faßold (Foulspiel an Luisa Richert, 58.), Laura Felbinger (Foulspiel an Luisa Richert, 78.) - Luisa Richert (Unsportlichkeit, 87.). Besonderes Vorkommnis: Michelle Pistoia hält Foulelfmeter von Nina Kohout (69.).

Der 1. FC Nürnberg spielte mit: Michelle Pistoia (85. Anke Gülpers) - Melissa Ludewig (42. Marissa Schultz), Helena Sinke, Sina Zimmermann, Simone Grimm - Kim Urbanek, Luisa Richert - Leonie Vogel, Katharina Eisen (79. Jessica Haas) - Nicole Munzert (68. Saskia Fischer), Marina Büttel.

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